OPENING: Ilit Azoulay "No Single View"
15.05 - 18.10.2026
Ilit Azoulay "No Single View"
Die Künstlerin Ilit Azoulay ist eine Geschichtenerzählerin. Sie arbeitet präzise mit einer Makrokamera, auf der Suche nach verborgenen Details und bislang übersehenen Spuren. Internationale Anerkennung erlangte sie durch archäologisch anmutende Projekte, die oft über längere Zeit an Orten wie Depots, Archiven oder Stadthäusern entstehen. Dort nimmt sie Funde aus verschiedenen Zeiten auf und verwebt sie zu vielstimmigen Geschichten.
Das Museum VILLA STUCK hat Ilit Azoulay eingeladen, sich während der musealen Sanierung mit der Baustelle und dem Interimsquartier in der Goethestraße 54 zu beschäftigen. Daraus entwickelte sich schnell eine detektivische Spurensuche: Wer hatte früher hier gelebt und gearbeitet? Welche Spuren blieben zurück, welche Geschichten schlummern noch zwischen Wänden und Böden? Die Künstlerin sammelte nicht nur ihre Eindrücke, sondern nahm auch Materialproben und zurückgelassene Objekte auf. Wie eine Archäologin arbeitete sie sich kleinteilig voran, sortierte und dokumentierte ihre Funde mit akribischer Sorgfalt. Daraus sind zwei Ausstellungen entstanden.
Unter dem Titel „Stopover“ legte Azoulay 2024 zunächst das Augenmerk auf die NS-Geschichte des Hauses an der Goethestraße, das als Zwangsunterkunft für verfolgte jüdische Personen diente. Das zweite Projekt eröffnet 2026 im frisch sanierten Museum. Für „No Single View“ verlagert sich nun die Recherche auf die Villa Stuck und die Menschen, die mit dem Haus an der Prinzregentenstraße 60 verbunden sind. In einer 3-Kanal-Installation erzählt Azoulay eine kaleidoskopartige Geschichte von Mary Stuck, der einzigen leiblichen Tochter des Künstlers. Mary wurde 1896 als uneheliche Tochter von Franz von Stuck und der Kellnerin Anna-Maria Brandmeier geboren und erst 1904 nach einem Rechtsstreit vom Künstlerehepaar adoptiert. Die Recherche zu Stucks Familie verschränkt die Künstlerin mit ihren Funden in einer Reihe neuer Fotocollagen, die eigens für die Ausstellung entstanden sind. Wie wahrhaftig diese Geschichten sind und wie real die dargestellten Charaktere, sind Fragen, die die Besucher*innen der Ausstellung begleiten.
Kuratiert von Helena Pereña, zur Ausstellung erscheint ein Buch beim Steidl Verlag.
Eröffnung: Ilit Azoulay "No Single View"
15.05 - 18.10.2026
Ilit Azoulay "No Single View"
Die Künstlerin Ilit Azoulay ist eine Geschichtenerzählerin. Sie arbeitet präzise mit einer Makrokamera, auf der Suche nach verborgenen Details und bislang übersehenen Spuren. Internationale Anerkennung erlangte sie durch archäologisch anmutende Projekte, die oft über längere Zeit an Orten wie Depots, Archiven oder Stadthäusern entstehen. Dort nimmt sie Funde aus verschiedenen Zeiten auf und verwebt sie zu vielstimmigen Geschichten.
Das Museum VILLA STUCK hat Ilit Azoulay eingeladen, sich während der musealen Sanierung mit der Baustelle und dem Interimsquartier in der Goethestraße 54 zu beschäftigen. Daraus entwickelte sich schnell eine detektivische Spurensuche: Wer hatte früher hier gelebt und gearbeitet? Welche Spuren blieben zurück, welche Geschichten schlummern noch zwischen Wänden und Böden? Die Künstlerin sammelte nicht nur ihre Eindrücke, sondern nahm auch Materialproben und zurückgelassene Objekte auf. Wie eine Archäologin arbeitete sie sich kleinteilig voran, sortierte und dokumentierte ihre Funde mit akribischer Sorgfalt. Daraus sind zwei Ausstellungen entstanden.
Unter dem Titel „Stopover“ legte Azoulay 2024 zunächst das Augenmerk auf die NS-Geschichte des Hauses an der Goethestraße, das als Zwangsunterkunft für verfolgte jüdische Personen diente. Das zweite Projekt eröffnet 2026 im frisch sanierten Museum. Für „No Single View“ verlagert sich nun die Recherche auf die Villa Stuck und die Menschen, die mit dem Haus an der Prinzregentenstraße 60 verbunden sind. In einer 3-Kanal-Installation erzählt Azoulay eine kaleidoskopartige Geschichte von Mary Stuck, der einzigen leiblichen Tochter des Künstlers. Mary wurde 1896 als uneheliche Tochter von Franz von Stuck und der Kellnerin Anna-Maria Brandmeier geboren und erst 1904 nach einem Rechtsstreit vom Künstlerehepaar adoptiert. Die Recherche zu Stucks Familie verschränkt die Künstlerin mit ihren Funden in einer Reihe neuer Fotocollagen, die eigens für die Ausstellung entstanden sind. Wie wahrhaftig diese Geschichten sind und wie real die dargestellten Charaktere, sind Fragen, die die Besucher*innen der Ausstellung begleiten.
Kuratiert von Helena Pereña, zur Ausstellung erscheint ein Buch beim Steidl Verlag.