†KUNST†
16.05 - 17.05.2026
†KUNST†
Ende 2023 wurde Markus Söders Kreuzerlass, demzufolge in allen bayerischen Behörden ein Kruzifix hängen muss, rechtlich bestätigt. Söder begründet diesen Eingriff mit dem Argument, das Kreuz sei primär kein religiöses Symbol, sondern stehe für „kulturelle Identität“. Diese Gedankenfigur hat viele Fans – vom konservativ-christlichen Kulturminister Wolfram Weimer, über diverse AfD-Politiker, bis zum Vordenker und Wegbereiter aktueller US-amerikanischer Regierungspolitik, dem tief gläubigen Tech-Milliadär Peter Thiel. Gleichzeitig findet man in Subkulturen der jungen Musik-, Kunst- und Modeszene der USA, etwa bei Bands wie Salem und Snow Strippers oder dem Fashionlabel Praying, ein affirmatives Spiel mit christlicher Symbolik. In dieser Gemengelage, zwischen konservativer Symbolpolitik und halbironischem Modegimmick, entwickelt die Künstlergruppe Frankfurter Hauptschule gemeinsam mit dem Ausstellungskollektiv pip ein kuratorisches Szenario, das Readymade, Intervention und Inszenierung miteinander verwebt. Im Zentrum steht dabei der Gedanke, Religion nicht als identitäre Waffenkammer zu begreifen, sondern als eine Fiktion unter vielen anderen zu markieren: als KUNST.