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Kontrastierte Stofflichkeiten, vertraute Zeichen und Objekte, die an Luxusartikel erinnern und seltsam vertraut wirken. Unter dem Titel FLIP präsentiert die Galerie Jahn und Jahn eine in Kooperation mit Polina Stroganova realisierte Gruppenausstellung mit Werken von Holly Hendry, Anne Neukamp und Andreas Schmitten. Wir sprachen mit der Kuratorin und Tim Geissler von Jahn und Jahn, über die Zusammenarbeit und München. Polina Stroganova ist eine unabhängige Kuratorin, Kunstberaterin und Dozentin in Mexiko-Stadt. Stroganova hat einen Master of Cultural Studies der Universität Lüneburg mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Kunstgeschichte und -theorie.
Various Others: Lieber Tim, Jahn und Jahn ist ja seit Beginn von Various Others eine treibende Kraft für das gesamte Projekt. Was hattet ihr euch für dieses Jahr vorgenommen?
Tim Geissler: Wir sind als Galerie in den letzten Jahren verschiedenste Kollaborationen eingegangen. Dabei haben wir gelernt, dass es am sinnvollsten ist, wenn wir von konkreten künstlerischen Positionen ausgehen und daraus die Idee für eine Ausstellung ableiten. Ich wollte schon seit langer Zeit mit Polina kooperieren und jetzt war es die Gelegenheit, sie zu fragen. Ich kenne sie schon lange, wir haben uns immer wieder in unterschiedlichen Kontexten getroffen und da sie jetzt als selbstständige Kuratorin arbeitet, fanden wir es eine super Gelegenheit, sie einzuladen, um zusammen eine Ausstellung zu machen.
Polina, hattest du schon von Various Others gehört?
Polina Stroganova: Ich hatte Various Others schon auf dem Schirm, auch weil es mit Tim bereits in der Vergangenheit Ideen gab, etwas zu machen. Tim hat immer sehr euphorisch davon berichtet.
Wie seid ihr bei der Planung vorgegangen?
Tim Geissler: Ausgegangen sind wir von einer Position, die war gesetzt: Andreas Schmitten. Das war der Startpunkt und ausgehend von diesem Künstler wollten wir eine Gruppenausstellung entwickeln. Darauf folgte ein Dialog, Polina hat uns unterschiedliche Künstler*innen vorgeschlagen, und so sind wir schrittweise zu der Auswahl mit Holly Hendry und Anne Neukamp gekommen. Die Galerien hinter diesen Positionen sind dann erst später dazu gekommen.
Polina wie hast du den Austausch empfunden? Es hört sich nach einem kollaborativen Entscheidungsprozess an.
Polina Stroganova: Es war total organisch und harmonisch. Tim und ich kennen uns ja schon mindestens zehn Jahre. Obwohl die räumliche Distanz da war, gab es eine Basis und ein Grundverständnis auch dadurch, dass wir ja schon gemeinsam mit einem Künstler gearbeitet hatten. Im Vorhinein musste man nicht viel abstecken. Andreas Schmitten war für mich interessant, denn ich war dadurch mit einer Position konfrontiert, die sehr stark ist. Es war eine gewisse Herausforderung, da kann nicht irgendetwas dazukommen. Wir waren uns aber sehr schnell einig. Wir haben überlegt, soll es eine große Gruppenausstellung sein, oder wollen wir es ein bisschen konzentrierter machen. Wir hatten auch in Betracht gezogen, ob es eine Duo-Ausstellung sein kann oder ob wir das dann im Prozess öffnen. Wir sind zuerst von dieser Duo-Idee ausgegangen, aber in der Recherche hat es sich dann geöffnet.