Vectors
-VO'26 Special
Various Others (VO) ist Münchens internationales Festival für zeitgenössische Kunst, das 2017 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative zeigt die Vielfalt und Qualität der Münchner Kunstszene und fördert gleichzeitig den internationalen Austausch. Im Mittelpunkt von VO steht Kollaboration: zunächst auf lokaler Ebene zwischen allen Münchner Teilnehmenden sowie mit dem internationalen Netzwerk aus Gästen – Galerien, Institutionen, Artist Run Spacs, Kuratorinnen und Kuratoren und vor allem Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Arbeiten in München präsentieren.
Aufbauend auf diesem kollaborativen Fundament wird das Programm der VO-Teilnehmenden auch 2026 durch ein VO Special ergänzt. Vectors ist eine Parcours-Ausstellung, die sich durch Unternehmensräume in der ganzen Stadt München entfaltet. Inspiriert von Jan Hoets "Chambres d'Amis" (Gent, 1986) – die zeitgenössische Kunst in Privathäuser brachte – bettet Vectors Kunstwerke in Münchner Büroräume ein. Damit verwandelt sie Unternehmensumgebungen vorübergehend in Ausstellungsorte, öffnet diese für die Öffentlichkeit und gewährt einen Einblick in jene Orte, an denen unsere Zukunft gestaltet wird.
Die Ausstellung nimmt die Form einer Reihe von Interventionen an – Vektoren –, die mehrere Standorte in der Stadt miteinander verbinden und gemeinsam eine Ausstellung bilden, die in Räumen eingebettet ist, welche Münchens einzigartige Stellung als führender europäischer Technologiestandort in den Vordergrund rücken. Besucherinnen und Besucher ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit eindringlichen Werken konfrontiert, die die kulturellen, ästhetischen und ethischen Dimensionen von Technologie erkunden – präsentiert in eben jenen Umgebungen, in denen heute Innovation stattfindet. Zu den teilnehmenden Gastgebern zählen Apple, BMW, Bayerischer Rundfunk, Celonis, Oskar by Swiss Life, Polarise, Munich Urban Colab und das Deutsches Museum. Jede Präsentation und die jeweiligen ausgestellten Werke stehen im Dialog mit dem Auftrag und dem Beitrag ihres gastgebenden Kontexts – und verdeutlichen, welch entscheidende Rolle bildende Künstlerinnen und Künstler bei der Kontextualisierung und Aneignung von Technologie gespielt haben und weiterhin spielen werden, während diese sich weiterentwickelt.
Das Konzept der Vektoren – jener Richtungslinien der Information, die Technologien von der frühen Computergeschichte bis zu den komplexen KI-Sprachmodellen der Gegenwart zugrunde liegen – dient sowohl als Metapher als auch als kuratorischer Rahmen. Jede Intervention wurde sorgfältig von einer oder einem eingeladenen Kuratorin bzw. Kurator konzipiert, darunter Dominik Bais, Sebastian Hoffmann, Margit Rosen, Luisa Seipp, Claudia Tittel und Hanns Lennart Wiesner. Durch ihre Konstellationen aus Ideen, Werken und Orten lädt die Ausstellung die Betrachtenden ein, vom Vergangenen ins Gegenwärtige und weiter in die Spekulation zu gleiten – und aufzuzeigen, wie künstlerisches und unternehmerisches bzw. technologisches Denken schon immer parallel verlaufen und dabei sowohl unsere materielle als auch unsere Vorstellungswelt geprägt haben.